Fehlende Konstanz kostet die HSG den Sieg

Im Duell mit dem TSV Bönnigheim 2 war für die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim am vierten Spieltag alles drin. Eine zu hohe Fehlerquote im eigenen Spiel und punktuelle Aussetzer kosten der Knötgen-Truppe am Ende jedoch den Sieg.

Nach langen vier Wochen Pause begrüßte die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim den TSV Bönnigheim 2 im Taubertal. Die Vorzeichen sprachen sich eher für die HSG aus, doch auch die Bönnigheim-Reserve zeigte in der bisherigen Saison, dass keine Laufkundschaft in der Grünewaldhalle erwartet werden durfte. Innerhalb der ersten vier Minuten zeigte sich bereits, wie die gesamte Partie verlaufen sollte, womit sich die HSG nicht unbedingt auszeichnete.

Ohne Konstanz vor kaltschnäuzigen Gegnern

Die ersten zwei Angriffe zeigten aufseiten der HSG exakt, was sich Stefan Knötgen an der Seitenlinie vorstellte. Struktur und offensiver Zug im Angriff führten zu zwei sehenswerten Toren, in der Defensive stoppten Block, Koper und Co. die schnellen Angriffe der Gäste frühzeitig und konsequent. Das Problem an diesem Samstag: Nach einigen guten Aktionen, stellten die Taubertal-Handballer das eigene Spiel komplett ein und ließen den Gegner zurückkommen. So stand es nach dem erwähnten 2:0 plötzlich 2:5 in der fünften Spielminute. Nach diesen wackeligen Minuten erinnerte man sich in den weiß-grünen Trikots offenbar an den eigenen Plan für das Spiel und stabilisierte die Defensive. Beim 6:6 in der achten Minuten war die Partie wieder ausgeglichen, Block führte die HSG mit 7:6 im Anschluss sogar in Führung.

Die folgenden Minuten spiegelten dann jedoch das Szenario der Anfangsphase wider. Die Mannen aus Tauberbischofsheim und Dittigheim stellten das eigene Spiel erneut komplett ein, verloren durch eigene Fehler und schwache Abschlüsse im Angriff Bälle und luden die Oberliga-Reserve so zu schnellen Toren ein. Nach dem 7:6 stand es in der elften Minute somit 7:9. Kein Team konnte sich in den verbleibenden Minuten der ersten Hälfte einen Vorteil herausarbeiten, beim 9:9 in der 16. Minute war die Partie ausgeglichen, beim 11:13 in der 25. Minute führte der TSV wieder. In einem kurzen Spurt mit überzeugenden Aktionen holte die HSG vor dem Seitenwechsel auf und ging mit 14:13 in die Kabine. Noch vor dem Halbzeitpfiff stockte die Stimmung in der Grünewaldhalle, als Justin Bauer nach einer Offensivaktion ohne Kontakt zum Gegner zu Boden ging und sich das Knie hielt. Der Rückraumspieler konnte nicht erneut eingesetzt werden, eine genaue Diagnose steht noch aus.

HSG macht den Sack nicht zu

Die zweite Hälfte startete ähnlich wie die Partie begann – die HSG nahm Fahrt auf und ging in der 35. Minute mit 17:14 in Führung. Anders als jedoch im ersten Durchgang gelang es nun diesen Vorsprung weitestgehend zu halten. Über die Spielstände 18:15, 19:17 und 22:18 steuerte die Partie in Richtung der Schlussviertelstunde zu. Leider, aus Sicht der Hausherren, wollte die HSG dann jedoch an die erste Halbzeit erinnern. Über knapp sieben Minuten gelang den Taubertal-Handballern kein eigener Treffer, sodass aus dem 22:18 zwischenzeitlich ein 22:22 resultierte. HSG-Trainer Knötgen nahm seine Auszeit und justierte entsprechend nach, was augenscheinlich vorerst den richtigen Impuls setzte. In der 53. Minuten führte die HSG erneut mit 25:23, jedoch fehlte jegliche Sicherheit im eigenen Spiel. Die clever agierenden Bönnigheimer nutzten jegliche Schwäche eiskalt aus, glichen zum 25:25 aus und brachten die HSG in der 55. Minuten 25:26 ins Hintertreffen. Zwar gelang der schnelle Ausgleich, jedoch kippte in der Folge die Partie gänzlich in Richtung der TSV-Reserve. Trotz Überzahl agierte die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim nicht mehr zwingend und vergab zur schlechtesten Zeit freie Chancen. Mit noch weniger als 90 Sekunden auf der Uhr stand es plötzlich 26:29 und die Partie war entschieden.

Die schwachen Schlussminuten kosten damit zwar auf den ersten Blick den Sieg, jedoch ist es aufseiten der HSG eher die Summe aus vielen kleinen Fehlern und Unkonzentriertheiten das gesamte Spiel über. Die Partie hätte bereits lange vor dieser Schlussphase entschieden sein müssen. “Es war für uns sichtlich schwer, nach vier Wochen in den Spielbetrieb zurückzukommen. Das kann aber keine Entschuldigung sein. Wir haben immer wieder gezeigt, dass wir die klar bessere Mannschaft waren, jeglichen Vorteil haben wir dann aber wieder völlig ohne Not aus der Hand gegeben. Daran müssen und werden wir schonungslos ansetzen, das ist so nicht unser Anspruch”, urteilte Stefan Knötgen nach der Partie.

Torschützen: HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim: Block (6), Koper (5), J. Bauer (3), Maier (3), Reinholdt (3), Esser (2), Hintzsche (2), Böhlecke (1), Dürr (1), Englert (1), L. Bauer, Gluhak, Popp

Fehlende Konstanz kostet die HSG den Sieg