
Sportlich ging es für die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim am letzten Spieltag der Bezirksoberliga Neckar-Franken um nichts mehr. Anders sah das für die HSG Strohgäu aus, die mit einem Sieg die theoretische Chance auf den fünften Platz wahren wollte. Die Taubertal-Handballer hatten jedoch andere Pläne.
Das Hinspiel zwischen der HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim und der HSG Strohgäu endete für die Taubertal-Handballer ernüchternd mit einem 2-Tore-Rückstand. Im ersten Durchgang führte man immer wieder, jedoch kämpfte sich Strohgäu stets zurück. Erst in der 50. Minute machte Strohgäu aus einem 18:19-Rückstand eine 22:20-Führung. Die HSG kämpfte sich auf 22:22 zurück, nur, um in den letzten fünf Minuten jegliche Tugenden aus dem Sinne zu verlieren und mit einem 22:26-Rückstand die Vorentscheidung zuließ. Das Hinspiel lief damit, wie große Teile der gesamten Saison. Phasenweise zeigte die HSG den sichtlich besseren Handball, sowohl im Angriff als auch in der Defensive. Es fehlte die Belohnung am Ende. Mit 25:27 standen Knötgen, Koper und Hilpert nach 60 Minuten mit leeren Händen und der damals bereits fünften Niederlage der Runde da.
Während zum Zeitpunkt des Hinspiels aufgrund der ausgeglichenen Liga sportlich noch beinahe alles für die Grün-Weißen Taubertal-Handballer drin war, zeigte sich am letzten Spieltag und damit beim Rückspiel zwischen Dittigheim/Tauberbischofsheim und der HSG Strohgäu eine gänzlich andere Situation. Als Tabellenletzter ging es für die heimische HSG lediglich um die Ehre und die sportlich unbedeutende Möglichkeit, noch auf den achten Platz der Tabelle zu springen. Die angereiste HSG hätte mit einem Sieg, und gleichzeitiger Niederlage des TSV Bönnigheim 2, die Chance auf den fünften Platz und damit den höchstwahrscheinlich direkten Klassenerhalt gehabt. Ob nun durch sportlichen oder emotionalen Druck verantwortet, die Partie startete mit einer gehörigen Portion Nervosität auf beiden Seiten. Für die HSG DiTa steuerte Paul Saling die ersten beiden Tore bei, für Strohgäu trafen Nico Kasparovsky und Ben Schliemann – nach knapp sechs Minuten stand es damit 2:2. Und dabei sollte es für mehr als weitere sechs Minuten bleiben. Erst kurz vor der 13. Minute war es erneut Saling, der mit dem 3:2 den erst fünften Treffer der Partie erzielen sollte. Dann aber gelang es der HSG eine erste Führung auszubauen. Durch Tore von Raphael Koper und Felix Maier stand es nach der Anfangsviertelstunde 5:2. Erinnert an das Hinspiel, gelang es vorerst jedoch nicht, die Führung zu verwalten oder gar zu erweitern. Marc Maier brachte Strohgäu in der 20. Minute beim Stand von 6:5 zurück in die Partie. Doch anders als im Hinspiel akzeptierten die Taubertal-Handballer partout kein Comeback der Gäste. Nach dem 6:5 stellten Saling, Koper und Hilpert auf 9:5, wenig später stand es 11:6 und mit dem Stand von 15:7 zeigte sich den gut 200 Zuschauern in Tauberbischofsheim eine der wohl besten Halbzeiten der Spielzeit.
HSG übersteht bekannte Schwächephase
Nach Wiederanpfiff gab es für die Mannen rund um Christian Gluhak, Samuel Hilpert, Felix Maier und Raphael Koper nur eine Mission. “Keine Gedanken an die Führung verschwenden – die Spannung hochhalten und den Sieg nicht in Gefahr bringen”, war grob der O-Ton aus der Kabine. Für knappe zehn Minuten ging dieser Plan auch durchaus auf. Felix Maier traf in der 35. Minute zum 19:10, Max Eisfeld hielt die 9-Tore-Führung in der 40. Minute mit seinem Tor zum 21:12. Trotz augenscheinlicher Überlegenheit schlichen sich die bekannten Ausfall-Minuten im Spiel der HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim ein. Über das 21:14 schmolz die Führung bis zum 22:17. Die Gründe für die schwache Phase waren offensichtlich – im Angriff fehlte jegliche Bewegung, der Gegner wurde offensiver und erzeugte so Ballverluste und bei den resultierenden schnellen Gegenstößen fehlte der Rückzug. Stefan Knötgen traf in der 45. Minuten mit seiner Auszeit die exakt richtige Entscheidung und beruhigte mit einem frischen Plan seine Truppe. Es der Durchschnauf-Pause wendete sich das Blatt. Valentin Esser und Felix Maier erhöhten auf 24:17, diese 7-Tore-Führung hatte dann vorerst Bestand. Die Gäste aus Strohgäu gaben sich zu keiner Zeit auf, im Gegenteil. Mit einer offensiven Abwehr und reichlich personellen Wechseln wurde alles versucht, um die Wende herbeizuführen. Doch ohne Wirkung. Beim 27:20 sollte eine Auszeit für die letzten knapp sechs Minuten frischen Wind bringen – das Gegenteil passierte. Felix Maier per Doppelschlag und Samuel Hilpert erhöhten auf 30:20. Die Schlussphase wurde dann tatsächlich zum Schaulaufen. Auf bis zu 34:21 spielten, kämpften, rannten und trafen sich die Taubertal-Handballer den Abstiegs-Frust von der Seele.
“Wir haben heute gesehen, was in der Mannschaft steckt. Zusammenhalt, gemeinsames Kämpfen, Tempospiel und variable Ansätze im Angriff. Das war alles da und doch haben wir es in der Runde kaum auf die Platte gebracht. Deswegen stehen wir in der Tabelle, wo wir stehen und müssen den Weg antreten, der uns nun eine Klasse nach unten bringt. Zufrieden sind wir mit dem Saisonabschluss trotzdem, es konnte sich jeder Spieler beweisen und so endet eine nicht zufriedenstellende Runde mit zumindest einem lachenden Auge”, HSG-Trainer Stefan Knötgen nach der Partie.
