HSG verpasst den Turnaround

In einem wohl endgültig richtungsweisenden Duell gegen den TV 1895 Flein 2 rannte die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim lange einem Rückstand hinterher und schaffte es in der besten Phase der Partie einfach nicht in Führung zu gehen.

Die Vorzeichen vor dem 14. Spieltag der Bezirksoberliga Neckar-Franken waren für die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim eindeutig. Mit dem TV 1895 Flein 2 kam eine Mannschaft aus der oberen Hälfte der Tabelle ins Taubertal – zwei Punkte wären nicht weniger als eine Überraschung gewesen. Dennoch war die Knötgen-Truppe keinesfalls vor dem Anpfiff geschlagen, auch die Zweitvertretung von Flein ließ in der Runde bereits unerwartet Punkte liegen – beispielsweise im Januar gegen die HSG Strohgäu oder auch gegen den TV Tamm in der Hinrunde.

Eindeutig war jedoch, dass für die HSG gegen einen Kontrahenten mit dem klaren Ziel “Platz 4”, nicht weniger als alles zusammenpassen musste. Und das sollte in der ersten Halbzeit kaum der Fall sein. Die Defensive der grün-weißen Taubertal-Handballer zeigte frühe Lücken und lud die Gäste zum 3:1 förmlich ein, nach etwas mehr als Sieben Minuten war der Rückstand beim 3:6 bereits auf drei Tore angewachsen. In der 12. Minute, als Flein bereits mit 9:5 führte, legte Stefan Knötgen die erste nötige Auszeit. Mit Umstellungen in der Abwehr und einem deutlich größeren Fokus auf das Tempospiel, wurde es zumindest zeitweise besser. Bendix Block verkürzte mit einem Doppelschlag auf 7:9, wobei der Abstand von zwei Toren vorerst bestehen bleiben sollte. Das änderte sich beim Stand von 12:13 als die HSG kurz vor der 22. Minute am Ausgleich schnupperte.

Alte Muster

Wie so oft ließ die Knötgen-Mannschaft nach einer Aufholjagd die eigenen Tugenden plötzlich komplett vermissen. Anstatt den Ausgleich und eine gar eine eigene Führung anzusteuern, stellte ein 3:0-Lauf der Gäste auf 12:16. Beim 15:18 wurden die Seiten gewechselt. Im zweiten Durchgang blieb für etwas zehn Minuten alles beim Alten. Die HSG rannte einen Rückstand von drei oder vier Toren hinterher, die Defensive fand keinen Zugriff und im Angriff ging, war das Tempospiel mal gestoppt, wenig zusammen. Ab der 40. Minute änderte sich das jedoch, ebenfalls wie bereits so oft in dieser Saison fanden die HSG-Handballer beinahe überraschend die eigene Form. Das Spiel wurde in die Breite gezogen, sodass die gegnerische Abwehr tatsächlich in Bewegung kam, der Abschluss wurde zwingender und prompt stand es in der 45. Minute 22:22.

Hilpert, Koper und Co. hatten die Trümpfe in der eigenen Hand, das Spiel schien zu kippen und es fehlte förmlich nur dieser eine Moment zur eigenen Führung, der den Spielverlauf auf den Kopf stellen würde. Doch kam es eben anders – die erfolgreichen Muster wurden abgelegt und so zog der TV Flein 2 bis in die 57. Minute auf 22:28 davon. Über stolze zwölf Minuten gelang den Hausherren kein eigener Treffer – ein Grund für die resultierende Niederlage brauchte nach dieser Phase kaum noch gesucht werden.

Das komplette Öffnen der Abwehr stellte Flein in den Schlussminuten vor eine neue Aufgabe, sodass die HSG auf 25:28 verkürzen konnte – dieser Aufschwung war jedoch schlichtweg zu spät. Schlussendlich verlor die HSG erneut aus eigener Kraft ein Heimspiel. Problemlos wären zwei Punkte drin gewesen, doch in der entscheidenden Phase versagten der jungen Mannschaft die Nerven. Bei noch vier zu absolvierenden Partien besteht für die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim damit nur noch eine theoretische Chance auf einen fünften Platz in der Liga – auch bei dieser Platzierung wäre mit einer Abstiegs-Relegation zu rechnen.

HSG verpasst den Turnaround