
Die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim verspielt bei der HSG Marbach-Rielingshausen einen späten Comeback-Sieg.
Mit der klaren Zielsetzung, den Bock umzustoßen und auf die Erfolgsstraße zurückzukehren, ging es für die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim zur HSG Marbach-Rielingshausen. Der erst zweite Auftritt der Saison in einer fremden Halle bot für die Knötgen-Schützlinge die Bühne, den zuletzt erschreckend schwachen Auftritt gegen den TSB Horkheim 2 zu egalisieren.
Zumindest sollte das gelingen, im Verlauf der Auswärtspartie zeigte die HSG aus dem Taubertal Kampfgeist, Emotion, Einsatz und neben dem vermissten Tempo-Handball echte Comeback-Qualitäten. Dennoch wechselten aufseiten der HSG starke Phasen mit unerklärlichen Nachlässigkeiten. Ein erstes Ausrufezeichen der Hausherren zum 3:1 wurde mit dem 3:3 egalisiert, ehe Marbach-Rielingshausen auf 8:3 davonzog. Der weitere Verlauf der ersten Halbzeit zeigte schonungslos, woran die Taubertal-Handballer ansetzen müssen. Aus dem 3:8 in der 9. Minute gelang den Grün-Weißen auf 9:10 zu verkürzen. Die Wende lag in der Luft, doch offensichtlich von der Möglichkeit das Spiel zu drehen in Nervosität gestürzt, sollte plötzlich das Gegenteil eintreten. Zwei schnelle Gegentore, unterstützt von offensiven Ballverlusten, ließen die HSG Marbach-Rielingshausen auf 12:9 davonziehen. In der 27. Minute betrug die Taufportal-Hypothek beim 13:17 wieder vier Tore. Koper, Block und Co. rissen sich erneut am Riemen und noch vor der Halbzeit wurde auf 15:17 gestellt.
Anders als noch im ersten Durchgang startete die zweite Halbzeit positiv. Felix Maier verkürzte auf 16:17 und wieder war das Unentschieden und eine mögliche Wende in greifbarer Nähe. Doch versagten augenscheinlich die Nerven erneut – die Hausherren zogen auf 19:16 davon, in der 36. Minute traf Paul Strähle zum 21:17 und die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim war erneut vier Tore im Hintertreffen. Noch enger sollte es in der 42. Minute werden – beim Stand von 23:23 lag eine erste Taubertal-Führung in der Luft, doch wie zuvor gelang der Turnaround nicht und die Hausherren durften auf 25:23 davonziehen. Der nächste Anlauf brachte die Mannschaft von Stefan Knötgen dann nochmals einen Schritt weiter. In der 51. Minute verwandelte Mattis Reinholdt einen 7-Meter-Strafwurf zum 28:27 und damit zur tatsächlich ersten HSG-Führung in der Fremde.
Die finalen knapp zehn Minuten der Partie können ohne Übertreibung als Sinnbild der misslichen Lage der HSG bezeichnet werden. Mit der Führung im Rücken hätte man aufseiten der Taubertal-Handballer nur das machen müssen, was bei den wiederholten Comeback-Ansätzen funktioniert hatte. Wie jedoch bei jedem der zuvor erkämpften knappen Situation, blockierte der Motor plötzlich komplett. In der gesamten verbleibenden Spielzeit gelang nur noch ein Treffer und die HSG Marbach-Rielingshausen konnte unbehelligt auf 31:29 davonziehen.
Trotz toller Moral und einem signifikant verbessertem Auftritt kassiert die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim am Ende auch verdient die nächste Niederlage. Die Chancen, die Partie zu drehen, waren immer wieder da – doch kurz vor dem Ziel bog die HSG stets falsch ab. “Die Schlussphase zieht uns den Stecker. Wir kämpfen uns immer wieder ran und mit der Möglichkeit das Ding zu drehen, klappt auf einmal gar nichts mehr. Daran müssen und werden wir knallhart arbeiten”, so Stefan Knötgen nach der Partie.
